Der Keimling reckt das Köpfchen zum ersten Mal aus der schweren Erddecke über ihm. Spürt den frischen Wind, die Sonne, das Grün.
Es ist ein Erwachen.
Er lässt seine vertraute Umgebung hinter sich. Der natürliche Lauf zwingt ihn zum Wachsen. Unaufhörlich wächst er nach oben. Reckt und streckt sich behutsam und saugt den neuen Lebenssaft mit seinen Blättern auf.
Doch der Keimling sträubt sich. Abermals klammert er sich daran, das Erdreich zu verlassen - obwohl doch oben die Sonne frohlockt.
Er kennt das Erdreich, versucht es nicht loszulassen. Klammert sich mit seinen Wurzeln fest.
Kraftvoll - aus Angst, vor Neuem. Aus Angst, auf eigenen Beinen zu stehen. Aus Angst, die eigenen Fühler auszustrecken. Aus Angst, ob da oben wirklich die Sonne scheint.